10. Januar 2026

Wölfe gewinnen Krimi gegen Weißwasser

Der EHC Freiburg hat sein Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse mit 2:1 gewonnen.

Ein dynamisches Auftreten im Offensivdrittel, eine kompakte Leistung in der eigenen Zone – und das gewisse Quäntchen Glück, das ein Spiel auf Messers Schneide letztlich durch einen Torwartfehler der Gäste die Wölfe ein von beiden Seiten lang ersehntes 2:1 erzielen sah, ließen den ersten Eishockeyabend 2026 in der Echte-Helden-Arena zu einem vollen Erfolg für Blau-Weiß-Rot werden.

Die Wölfe legten bei ihrem ersten Heimspiel im Kalenderjahr 2026 einen wahrhaftigen Blitzstart auf das Eis der Echte-Helden-Arena, indem dank der Vorarbeit von Sameli Ventelä und der Arbeit am Torraum von Nikolas Linsenmaier dessen neuer Reihenkollege nach dem Ausfall von Fabian Ilestedt, Tomas Schwamberger, bereits nach 78 Sekunden zum 1:0 verwerte. Doch vielleicht wäre in diesem ersten Spielabschnitt mehr drin gewesen als der Stand von 1:1, den die Gäste aus Weißwasser in der 11. Spielminute herstellten. Dieser war nämlich als Resultat eines Konters entstanden, nachdem der EHC doch so effizient die neutrale Zone dicht gemacht hatte, bis dann ein einzelner Aussetzer ach so hemmungslos von Ex-Wolf Georiy Saakyan bestraft wurde.

Die Wölfe, die durch das gesamte erste Drittel hindurch zu Chancen kamen – wie etwa dem tiefen Pass auf Julian Airich durch die neutrale Zone (9.) oder Schwambergers Vorlage auf Linsenmaier zum Tip-in (16.) –, nahmen sich zwischenzeitlich selbst den Wind aus den Segeln, indem sie gleich zweimal durch einen hohen Stock eine Strafe an der überflüssigsten Stelle des Eises – nämlich der gegnerischen Zone bei einem eigenen Angriff – kassierten (5./12.). Dass Blau-Weiß-Rot beide dieser Phasen überstand, lag u.a. daran, dass ein vermeintliches Tor der Gäste wegen einer Behinderung an Patrik Cerveny nicht anerkannt wurde (5.).

Jeweils ein weiteres Powerplay auf beiden Seiten führte ebenfalls zu keinem zählbaren Erfolg, was die Teams beim Stand von 1:1 ein erstes Mal in die Kabine zurückkehren ließ.

Der EHC startete mit ähnlichem Offensiv-Biss in den zweiten Spielabschnitt, dessen erste Hälfte er dominierte. Dabei gehörten Nikolas Linsenmaier gleich drei Chancen am gegnerischen Torraum, von denen eine nach einem Brachialschuss von Tomas Schwamberger an den Pfosten entstand (29.). Linsenmaier war auch schon bereits der Initiator einer Chance von Lukas Mühlbauer unmittelbar zu Drittelbeginn gewesen (21.).

Zur Halbzeitmarke der Begegnung fanden jedoch auch die Gäste – die sich vor dem Spiel zwei Punkte vor einem Playdownplatz befanden – in ihr Offensivspiel zurück; sei es nach einer vertändelten Scheibe von EHC-Seite (30.) oder einem dynamischen Drei-auf-zwei-Konter (31.), so drängten die Lausitzer in dieser Spielphase ebenso auf den möglichen Führungstreffer. Zu ihrer besten Chance kamen die Gäste aber, nachdem Verteidiger Moritz Kretschmar in der gleichen Spielminute den Puck auf spektakuläre Weise im Drittel vor der Nordkurve hielt und Tom Knoblochs Rebound-Versuch von Patrik Cerveny entschärft werden musste.

Während zwei weitere Freiburger Powerplays eher harmlos verliefen, hatte nun Eero Elo gleich zweimal den möglichen Führungstreffer nahezu buchstäblich auf dem Schläger – zunächst in Form eines Penaltys, der ihm zugesprochen wurde, als er in seinem Eins-auf-Null im Nachsetzen regelwidrig gestört wurde (37.) und dann als er nahezu mit der Schlusssirene des zweiten Drittels aus spitzem Winkel die Scheibe der Lausitzer Torlinie entlang schlittern ließ.

Über ein halbes Spiel lang sollte es letztlich dauern, bis eine solche 2:1-Führung von einem der Teams tatsächlich hergestellt wurde – und das, nach all den vielversprechenden Chancen auf beiden Seiten, auf äußerst unverhoffte Weise; aber aus südbadischer Sicht auf der richtigen Seite des Eises, nämlich im Schlussdrittel vor der Nordkurve: Dort unterlief Gäste-Goalie Anthony Marrone nämlich ein Patzer, indem er jenseits der Torlinie den Puck spielend diesen an Christian Kretschmann abgab und dessen zweiter Anspielversuch in den Slot schließlich bei David Trinkberger landete, der per gezieltem Schlenzer in das halbleere Füchse-Tor traf (43.).

Nachdem zur Mitte des Schlussdrittels hin Travis Ewanyk beinahe zur Zwei-Tore-Führung einnetzen konnte, leisteten sich die Wölfe ihr erstes Unterzahlspiel seit Ende des ersten Drittels (49.). Dieses überstanden sie jedoch – wie auch die folgenden verbleibenden neun Spielminuten – schadlos. Freiburg stand dabei gegen sich aufbegehrende Füchse kompakt in der Verteidigungszone und schaffte es stets, den Puck spielend aus dem eigenen Drittel zu führen – ein Umstand, der darin versinnbildlicht wurde, dass trotz dieser Druckphase der Gäste Icing-Pfiffe gegen den EHC Mangelware waren und es einen solchen lediglich genau drei Minuten vor Spielende zu verbuchen gab.

Weißwasser leistete sich in der finalen Phase einen weiteren Patzer, indem sich zwischenzeitlich sechs Feldspieler auf dem Eis befanden, was eine Strafe und die etwas ungewöhnliche Situation eines Fünf-gegen-fünf bei leerem Lausitzer Tor mit sich brachte, die aber dennoch zu powerplayähnlichen Szenen im Drittel vor Patrik Cerveny führte. Diese wussten die Wölfe aber zu meistern und sahen somit ihren Rückstand von zehn Punkten auf den vorzeitig rettenden 10. Platz auf sieben Zähler (bei einem Spiel mehr) schwinden.

Mit diesem Wind im Rücken will das Rudel nun am Sonntag, 11.1. um 17 Uhr bei den Kassel Huskies antreten und zu weiteren Punkten greifen.

Tore:
1:0 (01:18) Schwamberger (Linsenmaier, Ventelä)
1:1 (10:49) Saakyan (D’Aoust, Hjorth)
2:1 (42:29) Trinkberger (Kretschmann, Airich)

Schüsse: Freiburg 33 (13/15/5), Weißwasser 26 (9/6/11)
Strafminuten: Freiburg 10, Weißwasser 10
Überzahleffizienz: Freiburg 0-4, Weißwasser 0-4
Schiedsrichter: Voit, Heffner / Menz, Jung
Zuschauer: 2646

Aufstellung:
Cerveny (Hegmann)
Elo-Linsenmaier-Schwamberger / Ventelä-Kühnhauser
O‘Donnell-Ewanyk-Mühlbauer / De Los Rios-Schlenker
Bechtold-Kretschmann-Airich / Hempel-Heider
Ludwig-Majher / Trinkberger