12. Januar 2026

Wölfe unterliegen Huskies im Turbogang

Der EHC Freiburg verliert bei den Kassel Huskies mit 1:5.

Ein läuferisch überlegener und in allen Offensivbelangen äußerst clever aufspielender Gegner ließ die Wölfe an diesem frühen Sonntagabend in Kassel deutlich das Nachsehen haben. Über 60 Minuten hinweg verstand es der Zweitplatzierte der DEL 2 dabei, den Großteil dieses 34. Saisonspiels für den EHC im Drittel vor Patrik Cerveny ablaufen zu lassen – tiefe Anspiele und Dump-and-Chase-Vorstöße brachten die Scheibe nahezu mit der Beständigkeit eines Uhrwerks in die Freiburger Zone. Und war sie einmal da, so gelang es den Huskies immer wieder, diese spielerisch dort zu halten.

Diese Spielweise kreierte in den ersten beiden Spieldritteln jeweils eine Strafe für den EHC, die alsbald ausgenutzt wurde – und beide Treffer gingen auf die bessere Positionsarbeit der Gastgeber zurück: So staubte Tyler Benson mit den Rücken der Freiburger Defensive im Blick einen Pfostenschuss ab, der sich diagonal auf den anderen Flügel des Eises bewegt hatte (1:0, 10.) und Dominic Turgeon lockte mit seinem verzögerten Anspiel auf den Torschützen Bode Wilde alle vier verteidigenden EHC-Feldspieler gar bis auf Höhe des Bullypunkts in Richtung Wölfe-Gehäuse, bevor schließlich ein satter Schlenzer von Wilde an Freund und Feind vorbei für das 0:2 aus Wölfe-Sicht sorgte (32.).

Kassel dominierte jeweils die Anfangsphase der ersten beiden Drittel – nahezu ansatzlose Schlagschüsse von Tristan Keck in diesen beiden Sequenzen versinnbildlichten dabei den Offensivwirbelwind, dem sich Blau-Weiß-Rot über weite Strecken gegenübersah. Doch ebenso in beiden dieser Spielabschnitte fanden die Wölfe nach einigen Minuten zu ihrem Spiel. Ihre vermeintlich beste Phase hatten sie dabei im zweiten Drittel, als ein tiefer Pass in Richtung langer Pfosten auf Alexander De Los Rios diesen beinahe den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielen sah (29.). Und auch im sich kurz darauf anschließenden Powerplay für Blau-Weiß-Rot zeigten sich die Mannen von Juraj Faith auch ohne ihren Überzahlregisseur Sameli Ventelä, der heute (wie auch erneut Fabian Ilestedt) ausfiel, gefährlich: Doch Eero Elo am linken Flügel, Tomas Schwamberger am langen Pfosten und Nikolas Linsenmaier im Alleingang vermochten nichts daran zu verhindern, dass der zweite Treffer des Spiels, wie bereits erwähnt, den Huskies gehören würde.

Mit der vermeintlichen Vorentscheidung des Spiels – dem 3:0 in der 38. Minute – stellten die Gastgeber daraufhin ihre Vielseitigkeit und spielerische Klasse auf ein weiteres unter Beweis: Per Dump-and-chase forcierte man die Scheibe ins Freiburger Drittel und dort angekommen fand sie dann spielerisch schnörkellos per Doppelpass zwischen Tyler Benson und Mitchell Hoelscher ihren Weg ins Freiburger Tor.

Nachdem zu Beginn des Schlussabschnitts zu allem Freiburger Elend auch noch ein Scheibenverlust im Spielaufbau Hunter Garlent beinahe seinen vierten Assist des Spiels eingebracht hätte (44.), spielte sich der EHC dann doch noch auf die Anzeigetafel, indem Kilian Kühnhauser von jenseits der Torlinie den ersten Saisontreffer von Paul Bechtold vorbereitete, der sich mit ausgezeichnetem Positionsspiel am Torraum diesen Treffer physisch kompakt erarbeitet hatte (3:1, 48.).

Spätestens mit dem dritten Unterzahlspiel gegen den EHC (53.) – dem einzigen, das nicht mit einem Gegentor endete – war den Wölfen dann jedoch der Wind aus den Segeln genommen. Und hatte Patrik Cerveny zunächst noch brillant gegen eine Kombination, an dessen Ende sich Tristan Keck befand, pariert, so besiegelte eine Scheibe, die ihm über den Fanghandschuh rutschte das Schicksal der Wölfe an diesem Abend (4:1, 56.). Der finale Hattrick-Treffer von Tyler Benson, der als Trailer einen vorhergehenden Torschuss abschloss, zeigte auf ein Letztes, dass die Huskies sich an diesem Abend in allen Belangen schneller und zielstrebiger über das Eis bewegten als die Wölfe (5:1, 56.).

Am Freitag, 16.1. wird der Wölfe-Tross in Krefeld antreten, bevor dann beginnend mit Sonntag, 18.1. drei Heimspiele binnen fünf Tagen in der Echte-Helden-Arena anstehen.

Tore:
1:0 (09:52) Benson (Wilde, Garlent) – PP1
2:0 (31:45) Wilde (Turgeon, Garlent) – PP1
3:0 (37:44) Benson (Hoelscher, Garlent)
3:1 (47:21) Bechtold (Kühnhauser, Kretschmann)
4:1 (55:13) Bodnarchuk (Müller)
5:1 (55:46) Benson (Sager, Turgeon)

Schüsse: Kassel 36 (11/14/11), Freiburg 24 (6/11/7)
Strafminuten: Kassel 4, Freiburg 6
Überzahleffizienz: Kassel 2-3, Freiburg 0-2
Schiedsrichter: Janssen, Engelmann / Treitl, Rieneck
Zuschauer: 4444

Aufstellung:
Cerveny (Hegmann)
Elo-Linsenmaier-Schwamberger / Heider-Kühnhauser
O‘Donnell-Ewanyk-Mühlbauer / De Los Rios-Schlenker
Bechtold-Kretschmann-Airich / Hempel-Trinkberger
Majher / Schindler