15. Februar 2026

Keine Punkte in der Lausitz

Nach dem überragend erkämpften Heimsieg gegen die Kassel Huskies trat der EHC am Sonntagnachmittag in der weit entfernten Lausitz an und unterlag mit 5:2. Für den gesperrten Sameli Ventelä rückte Shawn O’Donnell, der an beiden Freiburger Treffern beteiligt war, ins Line-up und stürmte an der Seite von Travis Ewanyk und Chris Billich in der nominell dritten Reihe.

Der erste Abschnitt war geprägt von diszipliniertem Verteidigen beider Teams. Dennoch konnten die Hausherren die größeren Torchancen für sich verbuchen, ohne aber Zählbares zustande zu bringen.

Die Wölfe verlegten sich darauf, in der eigenen Zone zuzubeißen und die Füchse möglichst nicht zum Abschluss kommen zu lassen. So erlaubten sie es den Lausitzern, mit Geschwindigkeit durch die neutrale Zone zu kommen; diese konnten sich schließlich aber gegen fünf kompakt verteidigende Wölfe nicht durchsetzen. Den Rest erledigte Fabian Hegmann, der nach seinem beeindruckenden Shutout am Freitag erneut starten durfte und schließlich vier Drittel in Folge ohne Gegentor blieb.

In der Offensive erging es dem EHC ähnlich wie dem Gegner. Einige Torchancen sprangen heraus, sie taten sich aber überwiegend schwer, nachhaltige Druckphasen vor Füchse-Goalie Anthony Morrone zu kreieren.

„Unglücklich“ ist vermutlich der treffendste Ausdruck, um den Spielverlauf in Drittel zwei in einem Wort zu beschreiben. Denn eigentlich waren die Wölfe besser im Spiel, waren gar über lange Strecken das dominierende Team. Allerdings begann der Mittelabschnitt – eben – unglücklich. Samuel Schindler nahm eine vermeidbare Strafe, die Weißwasser mit Ablauf selbiger zum 1:0 verwerten konnte (24.), womit der Treffer nicht mehr als Powerplaytor gewertet wurde.

Zeichnete in Drittel eins das konzentrierte Verteidigen den Auftritt der Wölfe aus, so unterlief ihnen nur drei Minuten später ein folgenschwerer Abwehrfehler, indem sie Lane Scheidl im Slot vergaßen, der entspannt zum 2:0 einschieben konnte (27.).

Dazwischen hatte sich der EHC bereits mehr Spielanteile erarbeitet und die Hausherren in deren Verteidigungsdrittel mehr und mehr beschäftigt. Nach dem 0:2-Rückstand legten die Wölfe noch mal eine Schippe drauf und stellten auch die taktische Herangehensweise auf aggressives Forechecking um. Ein fast folgerichtig erzwungenes Powerplay nutzte schließlich Rückkehrer Shawn O’Donnell zum 1:2 (28.). Der EHC drückte weiter nach vorne und hatte Chancen, beispielsweise durch Eero Elo, der einmal durch das ganze Heimdrittel kurvte, aber schließlich am souveränen Anthony Morrone im Tor scheiterte.

Apropos „unglücklich“: Beim 3:1 wurde Petr Heider hinter Fabian Hegmanns Tor mit legalen Mitteln gestört, verlor das Gleichgewicht und die Füchse fanden sich daraus resultierend in einem Zwei-gegen-null vor Fabian Hegmann wieder, was sie sich nicht entgehen ließen (38.).

Und es kam noch unglücklicher für die Wölfe in Person von Petr Heider: Nur wenig später sprachen die Unparteiischen eine Strafzeit gegen den EHC-Verteidiger aus, die die Lausitzer Füchse zum 4:1 zu nutzen wussten (38.).

Beim Jubeln traf Alexander Dosch allerdings EHC-Verteidiger Colin Schlenker im Gesicht, was ihm vier Strafminuten einbrachte und damit dem EHC zumindest die Chance eröffnete, im Powerplay wieder ranzukommen.

Aus dem Loch, das sich die Wölfe im Mittelabschnitt in gewisser Weise selbst geschaufelt hatten, konnten sie sich im Schlussdrittel, in dem Patrik Cerveny für Fabian Hegmann das Tor hütete, nicht mehr befreien. Dabei war das 5:1 für Weißwasser in der 56. Spielminute nicht spielentscheidend. Vielmehr war es die ungenutzte doppelte Überzahl zu Beginn des Drittels. Die Wölfe erarbeiteten sich Chancen (Elo, O’Donnell), konnten Anthony Morrone aber nicht überwinden.

Zwar steckte der EHC nicht auf, allerdings zeigte sich die Abwehr der Hausherren ziemlich sattelfest, gestützt auf einen souverän haltenden Goalie. David Trinkbergers Anschlusstreffer zum 5:2 nur noch statistischen Wert. So bleibt das Gefühl, dass in dieser Partie mehr drin gewesen wäre, der EHC sich im Mitteldrittel aber quasi selbst geschlagen hatte. Im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze geht es am kommenden Freitag weiter mit einem Heimspiel gegen Ligaprimus Krefeld Pinguine.

Tore:
1:0 (23:27) Brady (Jahnke, Nieleck)
2:0 (26:10) Scheidl  (Panocha)
2:1 (27:41) O’Donnell (Elo) – PP1
3:1 (37:41) Breitkreuz (Scheidl, Brady)
4:1 (39:33) Havlena (Jahnke) – PP1
5:1 (55:27) Scheidl (Breitkreuz, Brady)
5:2 (56:27) Trinkberger (O’Donnell)

Schüsse: Lausitz 31 (10/14/7), Freiburg 34 (8/12/14)
Strafminuten: Lausitz 8, Freiburg 6
Überzahleffizienz: Lausitz 2-3, Freiburg 1-4
Schiedsrichter: Aleksander Polaczek, Markus Schütz / Kenneth Englisch, Marcus Höfer
Zuschauer: 2724

Aufstellung:
Hegmann (Cerveny)
Elo-Linsenmaier-Mühlbauer / Heider-Schlenker
Ilestedt-Kretschmann-McCallum / Kühnhauser-Schindler
O‘Donnell-Ewanyk-Billich / Trinkberger-Hempel
Kiefersauer-Schwamberger-Bechtold / Majher

𝘍𝘰𝘵𝘰: 𝘛𝘩𝘰𝘮𝘢𝘴 𝘏𝘦𝘪𝘥𝘦