5. Oktober 2026

Overtime-Sieg an der Donau

Der EHC Freiburg hat sein Auswärtsspiel bei den Eisbären Regensburg mit 3:2 in der Verlängerung gewonnen.

Nachdem die Wölfe gleich zweimal ein Führungstor des Gegners innerhalb von gut drei Minuten mit einem Ausgleichstreffer beantwortet hatten, sorgte Lynden McCallum 45 Sekunden vor Ende der Overtime mit einem Powerplaytor dafür, dass sein Team – ohne jemals mit einer Führung gespielt zu haben – zwei Punkte aus der Donaustadt entführen konnte.

Dabei hatte Blau-Weiß-Rot in den ersten beiden Dritteln jeweils einen denkbar schlechten Start aufs Eis gelegt. Im ersten leistete man sich nahezu direkt nach dem Eröffnungsbully eine Strafe, deren Pfiff nach nur 40 Sekunden Spielzeit erfolgte und im zweiten musste man nach 45 Sekunden die erste der beiden Regensburger Führungen hinnehmen.

Im Eröffnungsdrittel kam dem Team von Johannes Nygård dann jedoch zugute, dass sich die Gastgeber ihrerseits durch zwei Strafen den Wind aus den Segeln nahmen. Und auch wenn das Freiburger Überzahlspiel zu diesem Zeitpunkt noch keinen zählbaren Erfolg herbeiführen konnte, deutete sich rückblickend vielleicht bereits an, dass mit der Formation um Parker Bowles als Katalysator und Lynden McCallum auf dem Flügel zu rechnen sein würde.

Auch auf der anderen Seite des Eises wirkten die Wölfe kompakt – zumindest bis eine starke Phase der Eisbären ihren Anfang nahm, die dann aber mit dem zweiten Foul der Gastgeber (und das ausgerechnet im Freiburger Drittel) ein Ende fand (17.).

Dennoch sollte Regensburg alsbald zu zählbarem Erfolg kommen – nämlich als Resultat von Freiburgs zweitem Fehlstart in einen Spielabschnitt, der nun die Defensivformation Tyler Ward komplett alleine am langen Pfosten stehen lassen sah (1:0, 21.). Dieser Treffer wurde dann jedoch von Lynden McCallum mit einem trockenen Schlenzer beantwortet, der das Spiel ausglich (1:1, 24.).

Als die Partie sich in den Schlussminuten des zweiten Drittels kurzzeitig in einen offenen Schlagabtausch verwandelte, konnten sich die Wölfe glücklich schätzen, diesen bei ausgeglichenem Spielstand erreicht zu haben, hatten sie nämlich durch zwei Strafen zwischenzeitlich vier von fünf aufeinanderfolgenden Spielminuten in Unterzahl agieren müssen (26.-31.). Freiburg erspielte sich dann aber ein leichtes Chancen-Plus und eine Scheibeneroberung von Andreas Döpfner, der McCallum in Szene setzte (37.), hätte den zweiten Treffer des Kanadiers beinahe bereits in dieser Spielphase hervorgebracht.

Stattdessen ging das Spiel beim Stand von 1:1 ins Schlussdrittel – das die Wölfe mit zahlreichen Offensivakzenten nun besser begannen als die vorherigen Spielabschnitte. Doch als Tyler Ward in der 46. Minute urplötzlich brandgefährlich vor Olafr Schmidt auftauchte, deutete sich schon an, dass mit den Eisbären noch zu rechnen sein würde. Sieben Minuten später war es dann ein Freiburger Fehlpass im eigenen Drittel, der Ward die Möglichkeit gab, per Alleingang von der Seitenbande aus, Schmidt zu überwinden (2:1, 53.).

Die EHC-Akteure knüpften dann aber an ihren guten Drittelstart an, etablierten sich alsbald in der Regensburger Zone und glichen nun in Person von Chris Billich, der einen Schuss von Dylan Plouffe per Tip-in verwertete, das Spiel ein zweites Mal aus (2:2, 56.).

Kurz vor Ende der regulären Spielzeit hatte Moritz Wirth per Schlenzer die vermeintlich beste Chance auf beiden Seiten, sich für sein Team nun doch noch alle drei Tabellenpunkte zu sichern – Oskar Autio erinnerte aber die knapp 4000 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Donau-Arena daran, dass er in der vorletzten Saison im Dress der Rosenheim StarBulls zum besten Torhüter und sogar insgesamt besten Spieler der DEL 2 gekürt worden war und hielt somit seine Farben im Spiel.

Der Schlagabtausch der Verlängerung, die wie gewohnt im Format Drei-gegen-drei ausgetragen wird, änderte durch eine Strafe gegen Regensburg seine Dynamik. Freiburg konnte nun ein viertes Mal seine Überzahlformation aufs Eis schicken, aus der heraus McCallum nun aus der Halbdistanz den Siegtreffer erzielte (2:3, 65.) und den EHC-Tross mit zwei von drei möglichen Punkten aus der Donaustadt auf den Heimweg schickte.

Tore:
1:0 (20:45) Ward (Haiskanen, Bracco)
1:1 (23:57) McCallum (Plouffe, Ludwig)
2:1 (52:17) Ward (Peter)
2:2 (55:28) Billich (Plouffe)
2:3 (64:15) McCallum (Bowles) – PP1

Schüsse: Regensburg 28 (10/12/6/0), Freiburg 27 (3/10/12/2)
Strafminuten: Regensburg 8, Freiburg 6
Überzahleffizienz: Regensburg 0-3, Freiburg 1-4
SchiedsrichterInnen: Moosberger, Hinterdobler / Riemel, Ernst
Zuschauer: 3982

Aufstellung: Schmidt (Goss)
McCallum-Linsenmaier-Mühlbauer / Plouffe-De Los Rios
Bowles-Gallant-Döpfner / Wirth-Kühnhauser
Billich-Khaidarov-Kiefersauer / Schlenker-Sezemsky
Bechtold-Steinhauser-Ludwig / Leitner

Foto: Melanie Feldmeier