Der EHC Freiburg hat das Saisondebüt von Fabian Ilestedt auf heimischem Eis mit 5:3 gegen die Blue Devils Weiden gewonnen.
Vielleicht beflügelt durch die Rückkehr ihres Spielmachers legten die Wölfe an diesem Sonntagabend ein offensiv beherztes und kreatives Spiel auf das Eis der Echte-Helden-Arena – und standen sich dabei zwischenzeitlich jedoch selber im Weg, indem sie zwei Strafen im Offensivdrittel kassierten, die beide jeweils in einem Powerplay-Tor der Gäste (zum 1:1 und 1:2) mündeten. Doch Lynden McCallums Treffer zum 3:2, für den dieser lediglich fünf (!) Sekunden nach dem Eröffnungsbully des Schlussabschnitts benötigte, brachte Blau-Weiß-Rot endgültig in Führung und legte somit den Grundstein für die erste Drei-Punkte-Ausbeute der Wölfe in ihren letzten neun Anläufen.
Von Beginn an gelang es den Mannen von Johannes Nygård, die neutrale Zone zielstrebig zu durchqueren – zunächst des öfteren mit tiefen Pässen, wie dem von Chris Billich auf dessen neuen Reihenkollegen Lukas Mühlbauer, der durch die Rückkehr von Ilestedt in die dritte Reihe rutschte (2.), aber auch Lynden McCallum wurde auf diese Art und Weise gleich zweimal in den ersten zehn Minuten in Szene gesetzt.
Zwischendrin erzielten die Wölfe das zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:0 – nämlich als sie sich das erste Mal fest im Weidener Drittel etablieren konnten und die neue Erste-Reihe-Kombi von Nikolas Linsenmaier (der vor der Partie für sein 800. Spiel im Wölfe-Dress geehrt worden war) und Fabian Ilestedt auf Kilian Kühnhauser an der blauen Linie ablegte, von wo aus dieser die Scheibe an Freund und Feind vorbeifeuerte (4.).
Durch eine Strafe in eben jenem Drittel des Spielfelds verlor das Rudel jedoch sein Momentum und kassierte, wie eingangs erwähnt, den Ausgleichstreffer zum 1:1 (12.). Dabei hatte man Michael Regush zu viel Platz am Torraum vor Olafr Schmidt gelassen – eine Tendenz im Freiburger Defensivspiel, die sich daraufhin zweimal wiederholen sollte, woraus Blue-Devils-Verteidiger Dominik Bohac im Slot in beiden Fällen jedoch keinen Nutzen ziehen konnte (16./19.).
Einen Strafpfiff gegen Weiden zehn Sekunden vor Ende des ersten Drittels mit eingeschlossen, bot der Mittelabschnitt gleich fünf unterschiedliche Special-Teams-Situationen auf. Dabei wiederholten beide Teams zunächst das Szenario, das zum Weidener Ausgleich geführt hatte und die Gäste nun in Führung brachte – nämlich dahingehend, dass Blau-Weiß-Rot eine Strafe im gegnerischen Drittel kassierte und daraufhin erneut Michael Regush am Torraum einschob (1:2, 26.). Doch nun waren es die Wölfe, die das Spiel ausglichen, indem sie lediglich 26 Sekunden ihres zweiten Powerplays des Spiels benötigten, um durch einen trockenen Schuss von Lukas Mühlbauer ihr drittes Überzahltor der Saison (bei nun 25 solcher Möglichkeiten) zu erzielen (2:2, 31.).
Freiburger Offensivbemühungen in der zweiten Hälfte dieses Mittelabschnitts fanden u.a. ihren Ausgang bei Dylan Plouffe, der einmal Alexander De Los Rios in Szene setzte und in einem weiteren Powerplay über die linke Seite brandgefährlich an den Torraum von Patrik Mühlberger kam, der für den längerfristig verletzten Michel McNiven zwischen den Weidener Pfosten stand. Die größte Chance dieser Spielphase sollte jedoch Blue Devil Maximilian Brunner gehören, dem ausgerechnet in eben diesem Freiburger Überzahlspiel ein Alleingang auf Olafr Schmidt gelang, den der Wölfe-Goalie jedoch parierte und die 2071 Zuschauerinnen und Zuschauer glücklich schätzen ließ, dass die Teams bei diesem Gleichstand von 2:2 ein zweites Mal in die Kabinen gingen.
Dieser Spielstand sollte im Schlussdrittel jedoch nicht lange Bestand haben, da es Lynden McCallum in der rekordverdächtigen Zeit von fünf Sekunden gelang, direkt nach dem Eröffnungsbully über die rechte Seite des Eises in Richtung Nordkurve zu stürmen und zum 3:2 einzunetzen (41.). Nach diesem Führungstreffer wirkten die Wölfe wie beflügelt und spielten weiter munter nach vorne. Nachdem einige One-Timer gefeuert worden waren, war das letzte Drittel scheinbar urplötzlich schon sechs Minuten alt, als sich Blau-Weiß-Rot ähnlich wie in einem Powerplay im Drittel vor der Nordkurve festsetzen konnte.
Christoph Kiefersauer bescherte einige Zeit später dann das, was knapp zehn Minuten zuvor auch schon beinahe Fabian Ilestedt mit einem Solo gelungen war (49.) – nämlich mit seinem Zug zum Tor das Game-winning-Goal zum 4:2 zu erzielen (58.). Zwar verkürzte Weiden mit einer zuvor abgefälschten, durch die Luft flatternden Scheibe noch einmal (4:3, 58.), doch ein Treffer auf das leere Gäste-Tor von Moritz Wirth besiegelte diesen Zwei-Tore-Abstand (5:3, 59.), der dann in einen verdienten Sieg des EHC mündete.
Tore:
1:0 (03:47) Kühnhauser (Linsenmaier, Ilestedt)
1:1 (11:31) Regush (Knackstedt) – PP1
1:2 (25:43) Regush (Tracey, Gron) – PP1
2:2 (30:35) Mühlbauer (McCallum, Plouffe) – PP1
3:2 (40:05) McCallum (Linsenmaier)
4:2 (57:19) Kiefersauer
4:3 (57:54) Voyer (Jahnke, Knackstedt) – EA
5:3 (58:22) Wirth – EN
Schüsse: Freiburg 30 (10/8/12), Weiden 23 (7/9/7)
Strafminuten: Freiburg 8, Weiden 6
Überzahleffizienz: Freiburg 1-3, Weiden 2-4
SchiedsrichterInnen: Klein, Butt / Jung, Jürgens
Zuschauer: 2071
Aufstellung:
Schmidt (Goss)
McCallum-Linsenmaier-Ilestedt / Plouffe-De Los Rios
Döpfner-Gallant-Bowles / Wirth-Kühnhauser
Billich-Kiefersauer-Mühlbauer / Sezemsky-Gnyp
Bechtold-Steinhauser-Ludwig / Leitner


























