19. September 2026

Aufopferungsvoller Auftaktsieg

Der EHC Freiburg hat sein erstes Spiel der DEL-2-Saison 2026/27 auf heimischem Eis mit 4:3 gegen den EC Bad Nauheim gewonnen.

Nach einem 0:1-Rückstand nach bereits 84 Sekunden und insgesamt drei Führungswechseln gelang es den Wölfen, ihre 4:3-Führung aus der 40. Minute durch das komplette letzte Drittel hinweg zu verteidigen und somit als Sieger das Eis zu verlassen.

Somit erlebten die 2406 Zuschauerinnen und Zuschauer gleich zum Auftakt dieser 12. DEL-2-Saison in Folge für Blau-Weiß-Rot eine Partie, die an so manch packenden Eishockeyabend der letzten Jahre in der Echte-Helden-Arena erinnerte – und somit Lust auf mehr macht… allerdings auch zeigte, dass die Aufeinandertreffen in der zweithöchsten deutschen Spielklasse oftmals nichts für schwache Nerven sind. Die eingangs erwähnten drei Führungswechsel, ein Mittelabschnitt mit drei Toren in fast genau so vielen Minuten und zweieinhalb Schlussminuten bei leerem Gäste-Tor, die sich nahezu komplett im Drittel vor EHC-Goalie Christian Schneider abspielten, steckten dabei den Rahmen für eine begeisternde Saisoneröffnung.

Spielerisch zeigte sich zunächst jedoch eben genau das – nämlich, dass es sich um das erste Punktspiel der neuen Wölfe-Formationen von Cheftrainer Johannes Nygård handelte. So begann dieses Duell der beiden Playdown-Teams aus der vergangenen Saison, die sich mit einem Sieg der Auftaktserie jedoch direkt den Klassenerhalt hatten sichern können, mit einigen Unzulänglichkeiten im Freiburger Spiel, die zum frühen Gegentreffer führten (0:1, 2.).

Offensivbemühungen der Wölfe begannen jeweils früh in den ersten beiden Dritteln, indem der 20-jährige Artyom Khaidarov sich nicht von den großen Fußstapfen seines Vaters, dessen Rückennummer unter dem Hallendach der Echte-Helden-Arena verewigt ist, einschüchtern ließ, sondern stattdessen mit seinen eigenen Schlittschuhen Schwung in das Freiburger Spiel brachte. Zu ersten nennenswerten Chancen kam der EHC dann in der zweiten Hälfte des Eröffnungsabschnitts. Scheiterte dabei ein Anspiel von Rückkehrer Parker Bowles (der heute auf sein Ex-Team Bad Nauheim traf) auf Lukas Mühlbauer letztlich auch noch an kleinen Ungenauigkeiten (14.), so machten zwei Angriffe der nominell ersten Freiburger Reihe all das vergessen. Lynden McCallum, der Glücksgriff des EHC aus der vergangenen Saison, war daraufhin nämlich maßgeblich an zwei Treffern binnen gut zwei Minuten und der damit einhergehenden ersten Führung für den EHC beteiligt: So netzte er eine schnörkellose Vorlage von Andreas Döpfner ein (1:1, 16.) und setzte kurz danach Nikolas Linsenmaier für dessen Treffer zum 2:1 in Szene (18.).

Das zweite Drittel sah dann jedoch die Wölfe ihre Schreckmomente erleben, als Matt Marcinew ein Nauheimer Powerplay, das aus einer Druckphase der Gäste heraus entstanden war, per One-Timer eiskalt beendete (2:2, 30.) und die sich anschließende blau-weiß-rote Passivität keine zweieinhalb Minuten später mit dem 2:3 bestraft wurde (32.).

Doch statt diesen Mittelabschnitt zum vermeintlich verhängnisvollen Drittel werden zu lassen, fanden die Wölfe zu einer Antwort, die nahezu aus dem Nichts entstand – nämlich lediglich 19 Sekunden nach diesem Gegentreffer, indem Nikolas Linsenmaier einen Distanzschuss eines weiteren Rückkehrers – nämlich Maximilian Leitner, nach dessen verletzungsbedingtem Ausfall in der vergangenen Saison – zunächst per Tip-in-Versuch umlenken wollte, dann aber im Nachsetzen das Spiel ein insgesamt drittes Mal ausglich (3:3, 32.).

Beginnend mit diesem Moment der Euphorie agierten die Wölfe in der zweiten Spielhälfte nun durchweg clever – zunächst dahingehend, dass sie diesen Aufschwung nutzten, um nun wieder zu besseren Spielanteilen zu greifen; und diese Offensivbemühungen wurden schließlich in Form eines Strafpfiffes gegen den Gegner belohnt, der wiederum zu einem Überzahltreffer und – wie sich gut 20 Eishockeyminuten später herausstellen sollte – Gamewinner von Christoph Kiefersauer führte. Zum Auftakt seiner ersten vollen Saison zurück im Wölfe-Dress erzielte der gebürtige Bad Tölzer 50 Sekunden vor Ende des zweiten Spielabschnitts in nummerischer Überlegenheit nämlich das 4:3 (40.).

So unwahrscheinlich es bei diesem bisherigen Spielverlauf nun erscheinen mochte, gelang es den Wölfen tatsächlich, diese Ein-Tor-Führung durch das komplette Schlussdrittel zu bringen – und das sogar trotz zweier Unterzahlspiele (43./48.) und einer weiteren Phase, in der sie sich in den letzten zweieinhalb Minuten des Spiels erneut einem zusätzlichen gegnerischen Feldspieler (diesmal bei gezogenem Torwart) gegenüber sahen. Versinnbildlicht wurde der aufopferungsvolle Kampf des Rudels in dieser Schlussphase durch die Reaktion von Neuzugang Simon Gnyp (der heute, wie Bowles, gegen sein Ex-Team antrat) auf eine doppelte Parade seines Hintermanns Christian Schneider – dreimal klopfte er Freiburgs neuem Goalie dabei auf den Hinterkopf, als sich Schneider nach dem sicheren Nachgreifen eines Rebounds nahezu in einem Spagat befand (60.).

Den Elan dieses knappen und hart umkämpften Sieges möchte der Wölfe-Tross nun mit nach Crimmitschau nehmen, um auch keine 48 Stunden später, am Sonntag, 20.9. um 17 Uhr, bei seinem ersten Auswärtsspiel nach Tabellenpunkten zu greifen.

Tore:
0:1 (01:24) Kornelli (Schollmeyer)
1:1 (15:13) McCallum (Döpfner, Gnyp)
2:1 (17:28) Linsenmaier (McCallum)
2:2 (29:09) Marcinew (Sarault, McPherson) – PP1
2:3 (31:36) Keussen (Sarault, Marcinew)
3:3 (31:55) Linsenmaier (Leitner, Döpfner)
4:3 (39:10) Kiefersauer (Billich, De Los Rios) – PP1

Schüsse: Freiburg 22 (11/11/0), Bad Nauheim 20 (9/7/4)
Strafminuten: Freiburg 8, Bad Nauheim 6
Überzahleffizienz: Freiburg 1-2, Bad Nauheim 1-3
Schiedsrichter: Schütz, Heffner / Wagner, Jung

Zuschauer: 2406

Aufstellung:
Schneider (Schmidt)
McCallum, Linsenmaier, Döpfner / Plouffe, De Los Rios-Schindler
Mühlbauer, Gallant, Bowles / Sezemsky, Kühnhauser
Billich, Kiefersauer, Bechtold / Gnyp, Leitner
Ludwig, Steinhauser, Khaidarov / Klein