2. März 2026

Bittere Derby-Niederlage

Trotz aufopferungsvollem Kampf verliert der EHC Freiburg sein Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars nach einem Gegentreffer zum 1:2 in der 58. Minute letztlich mit 1:3

Ohne Nikolas Linsenmaier (der die Partie am Freitag verletzungsbedingt vorzeitig beenden musste) und zur Mitte des Spiels hin auch ohne den Torschützen zum 1:0, Lynden McCallum, der eine Spieldauerstrafe erhielt, lieferten sich die Wölfe an diesem Sonntagabend ein spannendes und beherztes Duell gegen den Tabellenvierten, das nach dem Ausgleich der Gäste zur Mitte der Partie mit einer Heimniederlage endete, die den Rückstand des EHC auf den vorzeitig vor dem Abstieg rettenden 10. Platz nun auf vermeintlich unaufholbare sechs Punkte anschwellen sah.

Zwar gelang des Blau-Weiß-Rot nach einem starken Beginn des Gegners, diesen nicht nur in Zaum zu halten, sondern gar selbst in Führung zu gehen – ein Gegentreffer in Unterzahl und das 1:2 kurz vor Ende im Rahmen eines offenen Schlagabtauschs sorgten dann jedoch dafür, dass das Team von Juraj Faith auf undankbare Weise in einem starken Spiel gegen eines der Topteams der Liga tabellarisch gesehen völlig leer ausging.

Im ersten Drittel zeigten die Towerstars immer wieder die spielerische Klasse ihres Kurzpassspiels, das sie in ihren ausgedehnten Phasen im Drittel vor Patrik Cerveny vermehrt auf das Eis der Echte-Helden-Arena legen konnten. Hieraus resultierten insbesondere gegen Ende der ersten 20 Minuten einige Chancen, die ihren Ausgang oftmals in Kombinationen der nominell dritten Sturmreihe in Person von Alec Alroth und Nickolas Latta fanden.

Der EHC hielt mit einem aggressiven aber disziplinierten Defensivspiel dagegen, das auch die Sturmreihen akribisch bis zur Torlinie hinunter nah am Gegner arbeiten sah. Zu Chancen kam Blau-Weiß-Rot punktuell, aber nicht minder gefährlich – so zeigte sich Christian Kretschmann einmal als Vorlagengeber für Fabian Ilestedt (8.) aber auch als potentieller Vollstrecker einer Vorlage von Lynden McCallum (14.).

Ein systematisches Offensivspiel gelang dem EHC jedoch bereits bei seinem frühen Powerplay in der 2. Spielminute nicht – doch als er sich kurz vor der ersten Pausensirene ein zweites Mal in nummerische Überzahl begeben durfte, half ein Missgeschick des Gegners den Wölfen dabei, ihre Powerplayreihen zu Beginn des Mittelabschnitts besser etablieren zu können: Ravensburg leistete sich nach der ersten Schlusssirene nämlich eine Bankstrafe wegen Reklamierens, was dem EHC eine 100 Sekunden andauernde Fünf-gegen-drei-Überzahl einbrachte – und dabei vollendete Lynden McCallum den zweiten gefährlichen Querpass am Tor vor der Gästekurve mit einem trockenen One-Timer zum 1:0 (22.).

Von nun an gestalteten beide Teams das Spiel etwas offener, wodurch Christian Billich zu einer Torchance nach einem tiefen Pass von Kilian Kühnhauser kam (26.) und Samuel Schindler daraufhin McCallum in Szene setzen konnte (28.). Im Zuge dieser temporeichen Sequenzen setzte McCallum jedoch auch einen Ellbogencheck im Offensivdrittel, durch den er eine Spieldauerstrafe erhielt (30.). Das sich anschließende fünfminütige Powerplay der Gäste spielte sich nahezu über die gesamte Zeit im Wölfe-Drittel vor der Nordkurve ab und auch der letztlich unvermeidliche Gegentreffer zum 1:1 (32.) beendete gemäß Regelwerk dieses Vier-gegen-Fünf aus Wölfe-Sicht nicht. Diese zeigten sich jedoch aufopferungsvoll und überstanden diese Phase gegen das statistisch gesehen schwächste Powerplay der Liga (Erfolgsquote vor dem Wochenende: 14%) im Weiteren nicht nur schadlos, sondern kamen nach einem Fehler des Gegners gar zu einer Konterchance durch Fabian Ilestedt (34.).

Insgesamt bleibt es den Mannen von Juraj Faith ebenso zugute zu halten, dass sie das Gesamtmomentum des Spiels nach dieser langen Phase der nummerischen Unterlegenheit nicht über diese fünf Minuten hinaus abgaben, sondern mit einem Gleichstand gegen den Viertplatzierten der DEL 2 in die zweite Pause gingen und somit einen möglichen Showdown im letzten Drittel vorbereiteten.

In diesen begab sich der EHC gewappnet – so ließ er zu keinem Zeitpunkt mehr die Szenen zu, die das erste Drittel geprägt hatten, indem sich die Towerstars über lange Sequenzen hinweg im Drittel vor Patrik Cerveny hatten festsetzen können. Seinerseits zeigte man seine Offensivakzente immer wieder über Lukas Mühlbauer, aber auch Momente wie der, als Fabian Ilestedt urplötzlich frei vor Ilya Sharipov stand, hätten dem EHC gut und gerne eine zweite Führung einbringen können (49.). Zum Verhängnis wurde den Wölfen dann jedoch, dass sie auch ihr zweites rein in einem Fünf-gegen-vier geführte Powerplay (54.) nicht dominant genug aufziehen konnten, um zu greifbaren Chancen zu kommen.

Für den Spielausgang entscheidend holte Ravensburg dann doch Elemente seiner frühen Dominanz hervor – die gefährliche Kombination von Alec Alroth und Nickolas Latta, die auch schon im ersten Drittel Patrik Cerveny begegnet war, kam zwar zu keinem zählbaren Erfolg, weil ihr vermeintlicher Treffer wegen Einsatzes des Schlittschuhs nicht anerkannt wurde (50.) – Alroth sollte auf Vorlage von Odeen Tufto (und dem vorherigen Secondary Assist von Latta) dann jedoch der bittere sprichwörtliche Nackenschlag gegen den EHC gelingen, der in der 58. Minute aus einem zum Greifen nahe scheinenden Punktgewinn gegen ein Topteam der DEL 2 eine Heimniederlage machte, die den Rückstand auf den rettenden 10. Platz der Eispiraten Crimmitschau nun gar auf vorentscheidende sechs Punkte anschwellen sah (der Treffer aufs leere Freiburger Tor von Tufto hatte dabei nur noch statistische Relevanz).

Der EHC wird nun am kommenden Wochenende seine Serie von drei Heimspielen in Folge zum Ende der Hauptrunde fortsetzen: Am Freitag, 6.3. empfängt das Rudel die DEG, bevor dann am Sonntag, 8.3., bereits um 17 Uhr, eben jene Eispiraten Crimmitschau in der Echte-Helden-Arena gastieren werden, deren Vorsprung von sechs Punkten aufgrund des weitaus besseren Torverhältnisses der Sachsen nun jedoch für die Wölfe unüberwindbar ist.

Tore:
1:0 (21:37) McCallum (Billich, Ilestedt) – PP2
1:1 (31:27) Reichel (N. Latta, Ahlroth) – PP1
1:2 (57:45) Ahlroth (Tufto, N. Latta)
1:3 (59:42) Tufto (L. Latta, Ahlroth) – EN

Schüsse: Freiburg 27 (8/8/11), Ravensburg 37 (12/15/10)
Strafminuten: Freiburg 29, Ravensburg 12
Überzahleffizienz: Freiburg 1-4, Ravensburg 1-2
Schiedsrichter: Klein, Kalnik / Kriebel, Bösl
Zuschauer: 2487

Aufstellung:
Cerveny (Wölfl)
Mühlbauer-O‘Donnell-Schwamberger / Ventelä-Kühnhauser
Ilestedt-Kretschmann-McCallum / De Los Rios-Schlenker
Kiefersauer-Ewanyk-Billich / Trinkberger-Schindler
Majher-Weyrauch-Bechtold / Hempel