In einem dramatischen Finish ergatterten die Wölfe in Regensburg zwei höchst wertvolle Auswärtspunkte und verkürzen damit den Abstand auf Rang zehn auf drei Punkte. Dabei entglitt dem EHC ein Zwei-Tore-Vorsprung, ehe kurz vor Schluss Travis Ewanyk der Ausgleich gelang. Fabian Ilestedt markierte nach 3:08 Minuten in der Verlängerung den Siegtreffer im Powerplay.
Die Wölfe erwischten ein gutes Eröffnungsdrittel und verzeichneten ein Plus an Torchancen. Von vermeintlichen „Busbeinen“ war nichts zu sehen; von Beginn an setzten sie die Hausherren in deren Drittel unter Druck und forcierten damit immer wieder Turnover. Aber die Wölfe mussten, wenn Regensburg sich strukturiert befreien konnte, bei Tempogegenstößen immer auf der Hut sein. So konnte sich auch Patrik Cerveny ein paar Mal auszeichnen.
Trotz der optischen EHC-Überlegenheit gelang der erste Treffer den Regensburger Eisbären. Pierre Preto kurvte mit der Scheibe während eines fliegenden Wechsels der Hausherren durch das Freiburger Drittel und nahm den Schuss von der blauen Linie, den Sam Payeur, direkt vor Patrik Cerveny stehend, zu Constantin Ontl abfälschte, der problemlos einschieben konnte (2.).
Trotz des frühen Nackenschlags ließen sich die Wölfe jedoch nicht entmutigen und verfolgten weiterhin den eingeschlagenen, erfolgversprechenden Gameplan. Einige Chancen blieben zunächst ungenutzt, ehe Lynden McCallum energisch die Scheibe im eigenen Drittel behauptete, mit Tempo ins Regensburger Drittel zog und die Scheibe für Fabian Ilestedt liegen ließ. Dieser traf platziert halbhoch auf der Stockhandseite von Eisbären-Goalie Jonas Neffin (14.).
Bitter für die Wölfe: Niko Linsenmaier verletzte sich nach einem ungeahndeten Crosscheck am Oberkörper bereits nach fünf Minuten und kam fortan nicht mehr zum Einsatz. Thore Weyrauch ersetzte ihn an der Seite von Shawn O’Donnell und Lukas Mühlbauer.
Der Mittelabschnitt sollte deutlich an Intensität zulegen. Die Partie wurde schneller und physischer. Sinnbildlich dafür stand die Szene in der 30. Spielminute: Der EHC agierte im Powerplay, Shawn O’Donnell wurde hart bearbeitet, ging zu Boden, rappelte sich auf und traf aus dem Slot zum 3:1.
Zu Beginn der zweiten zwanzig Minuten mussten die Wölfe zunächst ein Regensburger Powerplay überstehen, was mit Patrik Cerveny, Kampf und Glück – Morley zielte aus kurzer Distanz übers Tor – gelang. Nur wenig später war der Freiburger Goalie einmal mehr spektakulär zur Stelle, als er den von Sam Payeur aus kürzester Distanz abgegebenen Schuss blitzschnell mit der Beinschiene parierte.
Somit war es angerichtet für Shawn O’Donnells Willenstreffer und den vier Minuten zuvor erzielten 2:1-Führungstreffer durch Lynden McCallum. Gelang der Treffer in einem vorangegangenen Zwei-auf-eins von McCallum und Ilestedt noch nicht, machten die beiden es wenige Sekunden später in einem Drei-auf-eins besser: Pass Ilestedt, Abschluss McCallum (25.), Neffin chancenlos.
Schade aus Freiburger Sicht: Weniger als eine Minute nach dem 3:1 kam Regensburg bereits wieder ran. Morley fälschte unhaltbar ab. Damit wanderte das Momentum nun wieder auf die Seite der Hausherren, denen die letzten Minuten des Drittels gehörten. Der EHC stemmte sich gegen die Regensburger Angriffe und ging mit der 3:2-Führung in die zweite Pause.
Dass sich die Wölfe in die Overtime „retten“ würden, war bis zur Mitte des Schlussabschnitts nicht absehbar. Schließlich dominierten die Hausherren die Partie und knüpften nahtlos an ihr druckvolles Auftreten aus dem Mittelabschnitt an. Dabei nutzten sie ein Powerplay bereits nach weniger als zwei Minuten; Jeremy Bracco drehte die Partie schließlich vollends in Minute 49.
Was dann folgte, war die Wiederauferstehung eines Rudels Wölfe, das es ablehnte, die Niederlage hinzunehmen. Regensburg zog sich mehr und mehr zurück und zielte darauf ab, die Partie „runterzuspielen“. Das nicht aufgebende Rudel nahm diese Einladung dankend an, indem Travis Ewanyk aus dem Gewühl heraus 1:22 vor Schluss zum viel umjubelten Ausgleich traf.
In der Overtime war es Fabian Ilestedt, der den verbleibenden 3:08 Minuten seinen Stempel aufdrückte und sich zum Matchwinner aufschwang. Zunächst scheiterte er noch mit einem Alleingang, traf schließlich aber im Powerplay präzise und entscheidend.
Weiter geht es am Sonntag in der Echte Helden Arena gegen die Ravensburg Towerstars zum Start des Hauptrundenfinishs mit drei Heimspielen in Folge.
Tore:
1:0 (01:40) Ontl (Preto, Payeur)
1:1 (13:23) Ilestedt (McCallum, Trinkberger)
1:2 (25:00) McCallum (Ilestedt, Kretschmann)
1:3 (29:10) O’Donnell (Ewanyk, Kretschmann) – PP1
2:3 (29:44) Morley (Naud, Trivino)
3:3 (41:26) Berardinelli (Weber, Morley) – PP1
4:3 (48:18) Bracco (Slezak)
4:4 (58:38) Ewanyk (O’Donnell, Mühlbauer)
4:5 (63:08) Ilestedt (McCallum, Ventelä) – PP1
Schüsse: Regensburg 25 (5/12/8/0), Freiburg 36 (15/10/8/2)
Strafminuten: Regensburg 12, Freiburg 10
Überzahleffizienz: Regensburg 1-4, Freiburg 2-5
Schiedsrichter: Lukas Voit, Andreas Gawlik / Alexander Pletzer, Christopher Reitz
Zuschauer: 4619
Aufstellung:
Cerveny (Goss)
Mühlbauer-Linsenmaier-O‘Donnell / Ventelä-Kühnhauser
Ilestedt-Kretschmann-McCallum / De Los Rios-Schindler
Schwamberger-Ewanyk-Billich / Trinkberger-Heider
Majher-Weyrauch-Bechtold / Hempel
𝘍𝘰𝘵𝘰: 𝘈𝘯𝘥𝘳𝘦𝘢𝘴 𝘕𝘪𝘤𝘬𝘭























