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31. Oktober 2026

Drei Punkte im Baden-Württemberg-Duell

Nach dem unglücklich verlorenen Heimmatch gegen Dresden am vergangenen Sonntag trat der EHC erneut in der Echte Helden Arena an und empfing die punktgleichen, aber aufgrund des besseren Torverhältnisses um einen Rang besser platzierten Bietigheim Steelers. Dank des hart erkämpften 4:2-Sieges konnten beide Teams die Plätze tauschen.

Bekanntermaßen liegt Bietigheim-Bissingen im Vergleich zu anderen DEL2-Standorten verhältnismäßig nahe an Freiburg. Vielleicht ist das die simple Erklärung, weshalb von schweren Busbeinen bei den Gästen nichts zu sehen war: Die Steelers erwiesen sich als das aktivere und agilere Team der ersten Drittelhälfte. Dennoch blieb es eine relativ chancenarme Partie, da die Wölfe recht konsequent verteidigten, offensiv zunächst jedoch nur wenige Akzente setzen konnten.

Waren es in den ersten gut 15 Minuten eher einzelne Freiburger Nadelstiche – unter anderem traf Parker Bowles bei einem schnellen Gegenangriff den Pfosten (12.) –, verbuchten die Wölfe in den letzten fünf Minuten des ersten Abschnitts die Mehrzahl der Torchancen für sich. Alex De Los Rios, Lukas Steinhauser und Christoph Kiefersauer konnten Felix Noack im Steelers-Gehäuse jedoch nicht überwinden.

Ebenfalls unüberwindbar zeigte sich der gewohnt stark und souverän agierende Ex-Bietigheimer Olafr Schmidt, der erstmals im Freiburger Dress auf seinen Vorjahresclub traf und einige Male sehenswert eingreifen musste.

Einen umso ereignisreicheren Spielverlauf bekamen die 3.160 Zuschauer (Saisonbestmarke) im Mittelabschnitt zu sehen. Allein in den ersten fünf Spielminuten sprachen die Referees vier Strafzeiten aus – je zwei gegen beide Teams –, was zu ständig wechselnden Special-Teams-Situationen führte. Und die Formationen lieferten: Aufseiten der Steelers fielen zwei Powerplaytore (jeweils zur Führung), während der EHC in Unterzahl zum zwischenzeitlichen 1:1 ausglich. Simon Gnyps erster Saisontreffer zum 2:2 (29.) war das bis dahin einzige Tor bei Fünf-gegen-fünf – und zugleich der dritte Treffer binnen nur 39 Sekunden. Er bezwang Felix Noack mit einem platzierten Distanzschuss von der blauen Linie und profitierte dabei davon, dass zwei Steelers-Verteidiger ihrem eigenen Goalie die Sicht verdeckten.

Es hätten durchaus noch mehr Tore fallen können. Beide Seiten verzeichneten hochkarätige Chancen, scheiterten jedoch an den Goalies, verfehlten das Tor oder vergaben teils unerklärlich – wie kurz vor Drittelende Cole Fonstad, der aus kürzester Distanz über das völlig verwaiste Freiburger Gehäuse zielte.

Drittel drei durften die Wölfe in Überzahl beginnen, da Bietigheim 31 Sekunden vor Ende des zweiten Abschnitts eine weitere Strafe kassiert hatte; zählbarer Ertrag sprang dabei allerdings nicht heraus. Bemerkenswert: Bei allen drei Steelers-Hinausstellungen war EHC-Kapitän Niko Linsenmaier, der zudem beide Freiburger Tore vorbereitet hatte, der Gefoulte.

Die überstandene Unterzahl schien die Gäste zu beflügeln, denn fortan gaben sie den Ton an. Erst in der 47. Spielminute kamen die Wölfe wieder zu einem nennenswerten Abschluss: Linsenmaiers Schuss stellte Noack vor Probleme, der Rebound war für einen Freiburger Angreifer jedoch nicht erreichbar.

Fünf Minuten später machte es Blau-Weiß-Rot besser – und erneut war Simon Gnyp maßgeblich beteiligt: Einen schnellen Gegenstoß über eine sehenswerte Passstafette von Gnyp zu Gallant und wieder zurück zu Gnyp schloss Parker Bowles per Onetimer zum 3:2 ab (52.).

In der Folge legten die Gäste nochmals zu, der Druck stieg minütlich. Gestützt auf den überragenden Olafr Schmidt, der völlig verdient zum Spieler des Abends gewählt wurde, gelang es den aufopferungsvoll kämpfenden Wölfen mehrmals, den Ausgleich zu verhindern. Dies galt speziell für die letzten beiden Minuten, als Bietigheim mit sechs Feldspielern das 3:3 förmlich erzwingen wollte. Zehn Sekunden vor der Schlusssirene machten die Hausherren schließlich alles klar: McCallum traf nach Zuspiel von Ilestedt ins leere Tor zum 4:2-Endstand.

Tore:
0:1 (25:58) Cerny (Dugan, Bender) – PP1
1:1 (28:15) Plouffe (Döpfner, Linsenmaier) – SH1
1:2 (28:31) Ritchie (Schüle, Uplegger) – PP1
2:2 (28:54) Gnyp (Ilestedt, Linsenmaier)
3:2 (51:15) Bowles (Gnyp, Gallant)
4:2 (59:50) McCallum (Ilestedt) – EN

Schüsse: Freiburg 20 (8/7/5), Bietigheim 33 (9/14/8)
Strafminuten: Freiburg 8, Bietigheim 8
Überzahleffizienz: Freiburg 0-3, Bietigheim 2-4
Schiedsrichter: Markus Schütz, Tim Heffner / Christoph Jürgens, David Kreuzer
Zuschauer: 3160

Aufstellung:
Schmidt (Goss)
McCallum-Linsenmaier-Ilestedt / Plouffe-De Los Rios
Döpfner-Gallant-Bowles / Wirth-Kühnhauser
Billich-Steihauser-Mühlbauer / Sezemsky-Gnyp
Bechtold-Khaidarov-Kiefersauer / Ludwig