Durch einen zweiten Overtime-Sieg in Folge gewinnt der EHC Freiburg auch sein drittes Spiel gegen den ESV Kaufbeuren. Die Kombination von Lynden McCallum und Fabian Ilestedt erzielte dabei das Golden Goal zum 2:1 in der 65. Minute, das die Wölfe in der DEL 2 hält.
Nachdem es in der frühen Phase der ersten beiden Drittel jeweils einer Mannschaft gelungen war, die spielerische Oberhand zu haben, ging zur Mitte des Spiels hin zunächst Kaufbeuren in Führung (0:1, 33.) – bis dann im dritten Spielabschnitt Fabian Ilestedt die Gunst der Stunde nutzte und innerhalb einer Phase, in der sich beide Teams eigentlich neutralisierten, zum Ausgleich traf (1:1, 45.). Der Wölfe-Goldhelm sorgte in der Verlängerung dann gemeinsam mit Lynden McCallum für eine Scheibeneroberung in der neutralen Zone, die diese Kombination mit einem mustergültigen Konter in den entscheidenden Treffer umwandelte (2:1, 65.).
Zweikampfstark und mit Selbstbewusstsein durch die neutrale Zone – so lässt sich das Spiel der Mannen von Juraj Faith, die heute ohne Chris Billich auskommen mussten (Kretschmann-Ewanyk-Weyrauch bildeten dabei eine komplett neue Reihe), in der ersten Hälfte des Eröffnungsdrittels beschreiben, bevor die Partie dann über fast die ganzen zweiten zehn Minuten von Strafen geprägt war.
Der EHC musste zweimal nach Foulpfiffen gegen Nikolas Linsenmaier seine Unterzahlformationen aufs Eis der Echte-Helden-Arena schicken. Die erste entstand aufgrund von Offensivbemühungen der Kaufbeurer, die sich zu diesem Zeitpunkt – entgegen der offiziellen Aufstellung – in der Kombination von Tyson McLellan und Sami Blomqvist (dessen zwischenzeitlicher Reihenkollege Joe Cassetti heute erstmals in der Serie fehlte) im Freiburger Drittel präsentierten (12.). Diese Überzahl der Joker endete jedoch abrupt, als McLellan den in seinen Händen verbliebenen Teil seines Schlägers, der ihm bei einem One-Timer gebrochen war, in Richtung Spielgeschehen warf und dafür seinerseits eine Strafe erhielt (12.).
Apropos One-Timer: An solchen Direktabnahmen lag es, dass Patrik Cerveny – der heute nach seiner Einwechslung am Sonntag bei einem Rückstand von 0:3 den Overtime-Sieg seiner Farben zwischen den Pfosten mitgeprägt hatte – eine Handvoll Male unter Beschuss stand: Zwei solcher Chancen gehörten Travis Turnbull (14./16.), aber auch dessen nomineller Reihenkollege Sami Blomqvist meldete sich auf diese Art alsbald wieder im Drittel vor der Gästekurve (15.), die an diesem Dienstagabend mit ihrem guten Dutzend an ESVK-Fans im Vergleich zu Spiel 1 am Freitag jedoch verständlicherweise geringer besetzt war.
Während auch das zweite Drittel zur Mitte hin von Strafen geprägt war, hatte in seiner frühen Phase die spielerische Oberhand den Gästen gehört – die größte Chance ab Minute 20 bis zur Halbzeitmarke des Spiels sollte jedoch dennoch den Wölfen vorbehalten bleiben, die drei Konter lancierten, von denen die Kombination von Schwamberger-O’Donnell-Ilestedt nach einem Aufbaufehler der Joker beinahe den torlosen Status quo beendete (30.).
Eine Konsequenz der Kaufbeurer Dominanz waren jedoch ebenso die zwei weiteren Strafpfiffe gegen den EHC (31./36.). Während die Wölfe beide – zumindest auf statistischer Seite – schadlos überstanden und mit einem spektakulären Konter mit Volley-Abschlussversuch von Lukas Mühlbauer weiterhin auf diesem Weg torgefährlich blieben (32.), erzielten dann letztlich doch die Gäste den ersten Treffer der Begegnung, als eine der zahlreichen gefährlichen Kombinationen vor der Nordkurve – diesmal in Person von Tyson McLellan auf D’Artagnan Joly, der sich bereits am Sonntag in die Sturmreihe des Ex-Wolfs gesellt hatte – erstmals in dieser Begegnung zählbaren Erfolg herbeibrachte (0:1, 33.).
Die Dominanz der Joker wich dann lediglich erneut dem Umstand, dass sie sich – nun zum zweiten Mal in dieser Partie – eine weitere Strafe bei eigener nummerischer Überlegenheit leisteten (37.).
Im dritten Spielabschnitt neutralisierten sich die beiden Teams weitestgehend. So entwickelte sich auch schon der Freiburger Treffer nach bereits knapp fünf Minuten zunächst relativ unverhofft – Fabian Ilestedt gelang es jedoch, mit seinem Alleingang über den rechten Flügel nun auch seine Farben auf die Anzeigetafel zu spielen (1:1, 45.).
Freiburg konnte in der Folge auch das fünfte Überzahlspiel der Joker schadlos überstehen (48.), sah die Gäste daraufhin aber vermehrt die neutrale Zone kontrollieren. Offensive Ansätze, wie der Versuch von Fabian Ilestedt, mit einem tiefen Pass Lynden McCallum in Szene zu setzen (54.), führten zu keiner nennenswerten Torchance.
Ein nun deutlich ruppiger gewordenes Spiel lieferte den 2845 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Echte-Helden-Arena eine gut zwei Minuten andauernde Schlussoffensive der Joker, die mit McLellan und Turnbull als ihre Ankerpunkte Eishockey-Südbaden erst dann wieder aufatmen ließ, als der EHC mit der Schlusssirene das Spiel in die Verlängerung gerettet hatte.
In dieser gelang es den Wölfen zunächst zumindest räumlich – wenn auch nicht mit klaren Chancen – Präsenz im gegnerischen Drittel zu zeigen. Doch der entscheidende Nadelstich, der dem EHC den Klassenerhalt sicherte, erfolgte in der neutralen Zone: Dort eroberten Lynden McCallum und Fabian Ilestedt in gemeinsamer Arbeit die Scheibe und lancierten den Gegenangriff, an dessen Ende Ilestedt das Sudden-Death-Tor erzielte, das dem EHC nun den Verbleib in der DEL 2 garantiert (2:1, 65.).
Mit diesem „Sweep“ der ersten drei Spiele, die die einzigen in der Serie gegen Kaufbeuren bleiben werden, gewinnen die Wölfe also diese erste Playdown-Runde und beenden somit vorzeitig diesen Kampf um den Klassenerhalt, was sie in die wohlverdiente Saisonpause gehen lässt – wohlwissend, dass nun endgültig feststeht, dass auch in der Saison 2026/27 DEL-2-Eishockey in Freiburg zu sehen sein wird.
Tore:
0:1 (32:31) Joly (McLellan)
1:1 (44:20) Ilestedt (Schlenker, Schwamberger)
2:1 (64:13) Ilestedt (McCallum)
Schüsse: Freiburg 34 (16/11/3/4), Kaufbeuren 35 (11/7/14/3)
Strafminuten: Freiburg 12, Kaufbeuren 8
Überzahleffizienz: Freiburg 0-3, Kaufbeuren 0-5
Schiedsrichter: Hoppe, Schütz / Menz, Kreuzer
Zuschauer: 2845
Aufstellung:
Cerveny (Hegmann)
Mühlbauer-Linsenmaier-O‘Donnell / Kühnhauser-Ventelä
McCallum-Schwamberger-Ilestedt / De Los Rios-Schlenker
Weyrauch-Ewanyk-Kretschmann / Trinkberger-Schindler
Majher-Kiefersauer-Bechtold / Hempel






















