10. Oktober 2026

Overtime-Niederlage in Oberschwaben

Nach dem erfolgreichen Auswärtsauftritt in Regensburg am vergangenen Sonntag durften die Wölfe direkt wieder auswärts antreten. Bei den Ravensburg Towerstars unterlag der EHC, der wieder auf Simon Gnyp zurückgreifen konnte, diesmal knapp mit 1:2 nach Verlängerung. Dennoch nahm man aus der Ferne erneut Zählbares mit zurück in den Breisgau.

Zwar gehörten die ersten Minuten dieses Matches den Hausherren, die besser ins Spiel und zu der einen oder anderen guten Torchance kamen, aber auch aufseiten des EHC konnte man einen starken Frühstarter aufbieten: EHC-Goalie Olafr Schmidt, der einmal mehr aufgrund des verletzungsbedingten Fehlens von Christian Schneider zwischen den Pfosten stand, parierte von Beginn an in gewohnt ruhiger und abgeklärter Art mehrfach.

Nach dieser anfänglichen Druckphase der Towerstars arbeiteten sich die Wölfe jedoch mehr und mehr in die insgesamt schnell geführte Partie und hätten eine Pausenführung schließlich durchaus verdient gehabt. Einzig die mangelnde Chancenverwertung verhinderte das eine oder andere Erfolgserlebnis.

Speziell in der zweiten Drittelhälfte bot sich den Wölfen eine ganze Reihe von Torchancen. Entweder kam der letzte Pass nicht an (10., 15.) oder sie verfehlten aus aussichtsreicher Position schlicht das Tor (Gallant 14., McCallum 10. und 17.).

Allerdings muss auch erwähnt werden, dass der EHC den Towerstars dreimal mit Fehlern im

Spielaufbau Einschusschancen quasi auf dem Silbertablett servierte, die diese glücklicherweise ebenfalls nicht verwerten konnten.

Bekanntermaßen ist die Frage, wann jemals ein Team zu einem ungünstigen Zeitpunkt ein Tor erzielt hat, offen. Dennoch möchte der Autor dieser Zeilen diese Binsenweisheit bemühen: Der EHC brach mitten in eine Drangphase der Ravensburger hinein den Bann und erzielte den Führungstreffer. Und dieser fiel blitzschnell: Bullygewinn Niko Linsenmaier, Pass Mühlbauer, Onetimer McCallum, Kreuzeck – 0:1 (31.).

Alles in allem bekamen die 2.694 Zuschauer ein wildes Mitteldrittel mit wechselndem Momentum und hin und her wogenden Druckphasen zu sehen. Beide Teams kreierten einige Torchancen, und wie in Drittel eins sollte das Problemfeld „letzter Pass kommt nicht an“ auf beiden Seiten Thema bleiben.

Unglücklich aus Freiburger Sicht: Auf eine Strafe gegen Artjom Khaidarov folgte eine weitere gegen Dylan Plouffe 7 Sekunden vor Drittelende. Das bedeutete: Ravensburg konnte in der zweiten Pause für den Beginn des letzten Drittels planen, wie sie die 1:19 Minuten in Fünf-gegen-Drei-Überzahl auf frisch präpariertem Eis ausnutzen wollten.

Drittel drei zeigte Parallelen zum Mittelabschnitt. Es fiel wieder nur ein Tor – Ravensburg nutzte tatsächlich die doppelte Überzahl zum Drittelauftakt zum Ausgleich durch Robbie Czarnik (41.) – und die Partie wogte weiterhin hin und her, mit etlichen Torchancen auf beiden Seiten.

Je mehr es dem Ende entgegenging, desto mehr stieg die Spannung, da beide Teams bis zur Schlusssirene die Entscheidung suchten. Beide Goalies waren jedoch auf dem Posten und ließen keinen weiteren Treffer zu.

Nach exakt einer Minute in der Verlängerung klaute Odeen Tufto EHC-Verteidiger Moritz Wirth die Scheibe und bediente den vor dem Tor freistehenden Goldhelm Mark Rassell, der sich aus kurzer Distanz nicht zweimal bitten ließ. Somit mussten sich die Wölfe mit einem Punkt begnügen, auch wenn bei besserer Chancenverwertung mehr möglich gewesen wäre.

Weiter mit der Punktejagd geht es am Freitag um 18:30 Uhr in der Echte Helden Arena gegen den oberbayerischen Traditionsclub Starbulls Rosenheim.

Tore:
0:1 (30:29) McCallum (Mühlbauer, Linsenmaier)
1:1 (40:49) Czarnik (Struthers, Fonteyne) – PP2
2:1 (61:00) Rassell (Tufto) – OT

Schüsse: Ravensburg 38 (12/15/10/1), Freiburg 28 (5/14/9/0)
Strafminuten: Ravensburg 2, Freiburg 6
Überzahleffizienz: Ravensburg 1-3, Freiburg 0-1
Schiedsrichter: Aleksander Polaczek, Alexander Singer / Matthäus Riemel, Simon Hintermeier
Zuschauer: 2489

Aufstellung:
Schmidt (Goss)
McCallum-Linsenmaier-Mühlbauer / Plouffe-De Los Rios
Döpfner-Gallant-Bowles / Wirth-Kühnhauser
Billich-Khaidarov- Kiefersauer / Sezemsky-Schlenker
Bechtold-Steinhauser-Ludwig / Gnyp

Foto: Kim Enderle