Der EHC Freiburg gewinnt gegen die Kassel Huskies mit 1:0.
Über die gesamten 60 Minuten hinweg boten sich die Wölfe und der Tabellenzweite ein Duell, das an Spannung kaum zu überbieten war und an zahlreichen Stellen neue Wendungen hätte einnehmen können – doch letztlich blieben sowohl der Verlauf als auch der Spielstand so, wie er nach lediglich knapp vier Minuten etabliert worden war: Ein defensiv kompakt arbeitender EHC Freiburg bietet den Huskies im eigenen Drittel auf kämpferische Weise Paroli und sucht sein Glück in Kontern – und den ersten solchen verwandelte Lynden McCallum (der heute erstmals seine persönliche Rückennummer 20 trug) auf Vorlage von Fabian Ilestedt zum ersten und einzigen Treffer.
Was zu diesem Zeitpunkt wie ein Blitzstart der Wölfe wirkte, entpuppte sich jedoch vielmehr als effiziente und erfolgreiche Strategie gegen einen Gegner, der sich – in den Worten von Juraj Faith – durch eine perfekte Struktur auszeichne. Freiburg sah sich nach diesem Führungstreffer und einem eigenen Powerplay, das ohne nennenswerte Chancen verlief, nämlich einem offensiv druckvoll agierenden Gegner gegenüber, den man mit weiteren solchen Gegenstößen auszukontern versuchte – was sich jedoch im weiteren Verlauf des ersten Drittels nur noch im Ansatz, aber ohne Torchancen, abspielen sollte.
Diese folgten dann jedoch nach der ersten Pause – u.a. durch Chris Billich im Alleingang –, was jedoch nichts daran änderte, dass Kassel die spielbestimmende Mannschaft war. Folglich kam es, rückblickend betrachtet, dem EHC wohl nicht ungelegen, dass die Partie in ihrer mittleren Phase etwas ruppiger wurde und zahlreiche Unterbrechungen den Huskies ein wenig ihren Rhythmus kosteten. Zu den kurioseren Pfiffen im Eishockey zählte dabei eine Strafe gegen Hans Detsch, der eine Disziplinarstrafe wegen des Provozierens einer Strafe gegen Lynden McCallum erhielt, die jedoch gemäß Regelpassus keine Fünf-gegen-vier-Situation mit sich brachte. Diese gab es dann jedoch alsbald in der 28. Minute auf der anderen Seite des Eises nach einer Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Sameli Ventelä wegen Bandenchecks. Das potentiell fünfminütige Unterzahlspiel des EHC brachen die Huskies dann jedoch nach zweieinhalb Minuten mit einer eigenen Strafe ab.
Die verbleibenden gut 30 Sekunden der Ventelä-Strafe nach diesem zwischenzeitlichen Vier-gegen-vier brachten die bis dato vielleicht brenzligsten Momenten für die Wölfe hervor. Während man – u.a. in Person von Kilian Kühnhauser – Querpass-Versuche des Gegners weiterhin kämpferisch vereitelte, trat Fabian Hegmann nun endgültig ins Rampenlicht vor der Nordkurve, als er bei einem eben solchen Pass auf Goldhelm Tyler Benson mit seiner Parade die Führung der Wölfe aufrechterhielt.
Die Konterversuche von Blau-Weiß-Rot bescherten dem Team von Juraj Faith insbesondere in den auslaufenden Minuten des zweiten Drittels weitere Chancen, doch Eero Elo sowie Lukas Mühlbauer scheiterten am gebürtigen Landshuter Goalie der Huskies, Philipp Maurer.
Die erste Hälfte des Schlussabschnitts war von je einem Powerplay auf beiden Seiten geprägt, die jedoch wie alle anderen derartigen Versuche beider Teams heute torlos verliefen. Die Wölfe suchten bei ihrer Überzahl vermehrt McCallum im Slot, bevor sie dann nach Ablauf dieser zwei Minuten das spielbestimmende Zepter wieder an den Gegner abgeben mussten. Den Mannen von Juraj Faith bleibt es jedoch zugute zu halten, dass auch sie in diesem letzten Drittel immer wieder offensive Akzente setzten und dabei vermehrt die Scheibe im Drittel der Huskies halten konnten.
In der zweiten Hälfte des Schlussabschnitts war die Spannung, die in der Echte-Helden-Arena in der Luft lag, deutlich spürbar – letztlich wohl, weil die gesamten 2243 Zuschauerinnen und Zuschauern das Unvermeidliche erwarteten, nämlich dass der Tabellenzweite, der zuletzt fünf Spiele in Folge gewonnen hatte, einen finalen Ansturm in Richtung Fabian Hegmann lancieren würde. Doch der gebürtige Duisburger hielt diesem Stand und avancierte nun endgültig zum Matchwinner von Blau-Weiß-Rot. Und dass es tatsächlich zu diesem triumphalen 1:0-Erfolg kam, stand bis zur Schlusssirene in der Schwebe, musste Hegmann doch in den letzten vier (!) Sekunden des Spiels – unterbrochen von einem Bully – gar zwei One-Timer in Tornähe entschärfen!
Der Jubel war entsprechend groß, als die Schlusssirene quasi mit Hegmanns Fanghandsave ertönte und dessen zweiten Shutout der Saison offiziell machte. Und wenn Freiburgs Rückhalt mit der Nummer 40 einen solchen Zu-Null-Sieg feiert, dann hat dieser nicht einfach nur statistischen Wert – denn wie auch schon gegen den Konkurrenten um den rettenden 10. Platz, die Eispiraten Crimmitschau, am 19.12., legte Hegmann somit erneut genau dann einen Shutout aufs Eis, wenn sein Team diesen unbedingt braucht, um das Spiel mit nur einem einzigen erzielten Tor gewinnen zu können.
Apropos Crimmitschau: Die Eispiraten unterlagen an diesem Abend zeitgleich mit 0:6 in Regensburg, was dazu führte, dass sich der EHC Freiburg nur noch zwei Punkte hinter deren vor den Playdowns rettenden 10. Platz befindet. Die nächste Chance auf Punkte bietet sich den Wölfen am Sonntag, 15.2., wenn sie zwar nicht gegen ihren direkten Konkurrenten, aber in dessen Bundesland Sachsen gegen die Lausitzer Füchse antreten werden.
Tore:
1:0 (03:45) McCallum (Ilestedt, Kretschmann)
Schüsse: Freiburg 20 (8/8/4), Kassel 43 (15/15/13)
Strafminuten: Freiburg 29, Kassel 16
Überzahleffizienz: Freiburg 0-2, Kassel 0-3
Schiedsrichter: Moosberger, Wölzmüller / van der Heyd, Bösl
Zuschauer: 2243
Aufstellung:
Hegmann (Cerveny)
Elo-Linsenmaier-Mühlbauer / Kühnhauser-Ventelä
Ilestedt-Kretschmann-McCallum / Schlenker-De Los Rios
Billich-Ewanyk-Schwamberger / Trinkberger-Heider
Bechtold-Kiefersauer-Majher / Hempel























