Mit Johannes Nygard steht künftig ein neuer Cheftrainer an der Bande des EHC Freiburg. Im ersten Interview spricht der Finne über seine ersten Eindrücke vom Standort, seine Coaching-Philosophie und die Ziele mit den Wölfen.
Johannes, herzlich willkommen in Freiburg. Stell dich den Wölfe-Fans einmal kurz vor!
Ich bin an der Westküste Finnlands geboren und aufgewachsen. Sport hat von Anfang an eine große Rolle in meinem Leben gespielt und irgendwann habe ich mich komplett für Eishockey entschieden. Mit 19 Jahren musste ich meine eigene Spielerkarriere beenden, aber ich hatte bereits beschlossen, Trainer zu werden. Zwei Tage später habe ich angefangen, eine U10-Mannschaft zu trainieren und gleichzeitig bei einem U20-Team mitzuhelfen und 13 Jahre später bin ich immer noch auf diesem Weg.
Was waren die ausschlaggebenden Gründe, sich für den EHC Freiburg zu entscheiden?
Der wichtigste Grund war der klare Wille innerhalb des Clubs, eine Identität aufzubauen und gleichzeitig langfristige Entwicklung in den Fokus zu stellen.
Welche Eindrücke hattest du bereits vom Club, bevor der Kontakt zustande kam?
(lacht) Mein Eindruck vom Club basierte vor allem auf einem ziemlich hitzigen Vorbereitungsspiel vor drei Jahren mit meinem damaligen Arbeitgeber gegen den EHC. In diesem Spiel hat ein gewisser sportlicher Leiter, der damals noch Spieler war, die Handschuhe fallen lassen.
Wofür soll eine Mannschaft von Johannes Nygard auf dem Eis stehen?
Zuallererst für harte Arbeit und dafür, immer konkurrenzfähig zu sein: dafür gibt es keinen Ersatz. Außerdem wollen wir eine vielseitige Mannschaft sein, die in allen Spielsituationen gut agieren kann. Meiner Meinung nach gewinnt meistens das Team, das gemeinsam besser konkurriert.
Welche Eigenschaften sind dir bei einer Mannschaft besonders wichtig?
Das knüpft an die vorherige Frage an. Man sieht es einer Mannschaft an, wenn sie Situationen gemeinsam lösen kann. Das entsteht meistens aus der Bereitschaft heraus, füreinander zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen.
Wie würdest du deine Coaching-Philosophie beschreiben?
Meine Philosophie basiert darauf, ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder Spieler sein bestes Leistungsniveau erreichen und sich gleichzeitig weiterentwickeln kann. Unser Ziel ist es, eine Umgebung zu schaffen, in der Intensität und Positivität zusammenkommen.
Wie wichtig ist dir die Balance zwischen Struktur und Kreativität auf dem Eis?
Sehr wichtig „Balance“ ist dafür genau das richtige Wort. Struktur soll das Spiel für die Spieler einfacher und schneller machen, sodass sie in bestimmten Situationen zwischen fünf statt fünfzehn Optionen wählen müssen. Aber dieser Entscheidungsprozess liegt am Ende immer beim Spieler und seiner Kreativität.
Hast du bereits viele Gespräche mit Spielern geführt? Welche Eindrücke hast du gewonnen?
Ich habe bereits einige Spieler getroffen und mit anderen telefoniert. In den kommenden Wochen werde ich mit jedem Einzelnen sprechen. Mein erster Eindruck von unserer Gruppe ist sehr positiv.
Wie wichtig ist dir der Austausch mit Co-Trainern, Staff und Management?
Das ist enorm wichtig. Trainerteam, medizinische Abteilung, Management und Geschäftsstelle verfolgen am Ende alle dasselbe Ziel: Dass die Mannschaft ihr bestmögliches Niveau erreicht. Dafür braucht es uns alle gemeinsam.
Welche Kultur möchtest du innerhalb der Mannschaft aufbauen?
Eine Kultur, in der jeder Spieler auf und neben dem Eis er selbst sein kann. Gleichzeitig muss jedem klar sein, dass wir nur gemeinsam erfolgreich sein können.
Welche Bedeutung hat Kommunikation in deiner täglichen Arbeit?
Eine riesige. Das Wichtigste ist, dass wir als Trainer klar kommunizieren. Gleichzeitig erfordern unterschiedliche Situationen auch unterschiedliche Arten der Kommunikation.
Freiburg gilt als emotionaler und familiärer Standort. Wie wichtig ist dir die Verbindung zu Fans und Umfeld?
Das ist unglaublich wichtig! Am Ende sind die Fans und Sponsoren in der Region unser „Warum“. Es ist ein Privileg für mich und die gesamte Mannschaft, den Club und die Stadt repräsentieren zu dürfen.
Hast du dich bereits mit der neuen Stadt beschäftigen können?
Ein bisschen! Nach einer Woche in Freiburg hatte ich etwas Zeit, mir die Stadt anzuschauen und die Umgebung kennenzulernen. Für eine Wanderung hat die Zeit zwar noch nicht gereicht, aber die Natur sah auf jeden Fall wunderschön aus.
Mit welchen Zielen gehst du in deine erste Saison in Freiburg?
Das wichtigste Ziel ist es, eine Identität und Kultur harter Arbeit aufzubauen. Die Ergebnisse werden daraus folgen.
Wie definierst du eine erfolgreiche Saison?
Eine erfolgreiche Saison bedeutet für mich, dass wir nach der Hauptrunde in den Playoffs spielen und gleichzeitig jedem Spieler helfen konnten, sich weiterzuentwickeln.
Welche Entwicklung möchtest du bei der Mannschaft über die Saison hinweg sehen?
Ich möchte, dass wir eine vielseitige Mannschaft werden und dass wir Spielsituationen im Laufe der Saison immer schneller und besser lösen können.
Worauf freust du dich am meisten, wenn die Vorbereitung startet?
Ehrlich gesagt auf alles. Wir haben den besten Job der Welt und ich kann es kaum erwarten, im August wieder loszulegen.
Welche Botschaft möchtest du den EHC-Fans zum Start mitgeben?
Wir alle freuen uns riesig auf die neue Saison nach dem Sommer und können es kaum erwarten, den EHC Freiburg auf dem Eis zu vertreten!
(Foto: Pioneers Vorarlberg)






















