26. September 2026

Keine Punkte im Allgäu

Der EHC Freiburg hat sein Auswärtsspiel bei den Memmingen Indians nach zwei Empty-Net-Gegentreffern mit 0:3 verloren

In einem temporeichen Spiel, in dem sich über die gesamten 60 Minuten hinweg Druckphasen beider Teams abwechselten, hatte ein frühes Powerplay-Tor der Gastgeber auch noch drei Minuten vor Ende bestand, als Wölfe-Trainer Johannes Nygård seinen überragend agierenden Schlussmann Olafr Schmidt vom Eis nahm und der EHC bei leerem Tor zwei weitere Gegentreffer kassierte.

Dem EHC wurde letztlich ein Strafpfiff in der sechsten Spielminute zum Verhängnis, der zu einem Gegentor in Unterzahl führte, das sich rückblickend als Game-Winning-Goal erwies (1:0, 7.). Der Wölfe-Defensive war es dabei nicht gelungen, den Rebound einer der ersten von vielen Paraden von Olafr Schmidt zu klären, was Matteo Gennaro auszunutzen musste, der somit bereits seinen achten Scorerpunkt in dieser jungen Saison erzielte.

Unter den vier unveränderten Sturmreihen gegenüber dem letzten Spiel (die Debüts von Moritz Wirth und Colin Schlenker veränderten die Defensivpaare) zeichnete sich insbesondere die Formation um Parker Bowles, Cole Gallant und Lukas Mühlbauer als Offensivkatalysator in Freiburgs Jagd nach dem einen erlösenden Tor aus. Mühlbauer kratzte insbesondere durch zwei Einzelaktionen an diesem möglichen Ausgleichstreffer, der jedoch nie fallen sollte: So kam er 20 Sekunden vor Ende des ersten Drittels zu einer Großchance, unmittelbar nachdem er von der Strafbank zurückgekehrt war – was seinerseits das Ende von gar drei Unterzahlspielen der Wölfe im ersten Drittel markierte – und erarbeitete sich sieben Minuten vor Spielende durch einen Puckgewinn einen Alleingang auf das Memminger Tor, bei dem er jedoch an Goalie Michael Blitzer scheiterte.

Freiburgs größte Chance im zweiten Drittel entstand nach einem tiefen Pass auf Gallant, der daraufhin seinerseits Bowles in Szene setzte (31.). War dieser kanadischen Kombi im Wölfe-Dress spielerische Genauigkeit und Finesse anzumerken, so scheiterte Blau-Weiß-Rot im Schlussabschnitt in seinem Offensivspiel vermehrt an den engen Räumen im Memminger Drittel, in dem Bowles einmal aus spitzem Winkel den Abschluss suchen musste, statt Mühlbauer im Slot anspielen zu können (45.) – oder Freiburgs Offensivbemühungen scheiterten schon vorab an Ungenauigkeiten im Passspiel.

Dass die Wölfe dennoch bis zum Schluss dem überraschend starken Aufsteiger, der am vergangenen Wochenende zwei 4:3-Erfolge eingefahren hatte (von denen einer gegen DEL-Absteiger 2026 und DEL-2-Meister 2025 Dresden war), Paroli bieten konnten, lag wie eingangs angedeutet an ihrem Torhüter Olafr Schmidt, der in den letzten beiden Dritteln zu Topform fand. So ließ er früh im Mittelabschnitt weniger Abpraller zu und hielt sein Team in der zweiten Hälfte dieses Spielabschnitts mit spektakulären Paraden im Spiel, zu denen ein Hechtsprung (32.), ein Save bei einem Alleingang des Gegners (37.) und eine Spagat-Rettung in Richtung langen Pfosten gehörte (40.).

Letzteres wiederholte er früh im Schlussabschnitt, der dann die bereits erwähnten Freiburger Chancen hervorbrachte, bevor sich die Wölfe in der 49. Minute selbst den Wind aus den Segeln nahmen, indem sie eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis kassierten. Die weiteren Tore der Allgäuer, die beide fielen als Schmidt auf der Bank saß, verfälschten somit den Gesamteindruck eines Duells auf Augenhöhe – was seinerseits aber nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass der Wölfe-Tross mit etwas mehr Offensivgenauigkeit solche Spiele drehen und mit Punkten im Gepäck in den Breisgau zurückkehren möchte.

Tore:
1:0 (06:27) Gennaro (Watson, Wall) – PP1
2:0 (57:25) Lillich (Brassard, Bitzer) – EN
3:0 (58:53) Brassard (Lillich) – EN

Schüsse: Memmingen 39 (16/12/11), Freiburg 28 (10/8/10)
Strafminuten: Memmingen 6, Freiburg 12
Überzahleffizienz: Memmingen 1-5, Freiburg 0-2
Schiedsrichter: Hinterdobler, Blankart / Musga, Kreuzer
Zuschauer: 2011

Aufstellung:
Schmidt (Goss)
Döpfner-Linsenmaier-McCallum / De Los Rios-Plouffe
Bowles-Gallant-Mühlbauer / Kühnhauer-Wirth
Bechtold-Kiefersauer-Billich / Sezemsky-Gnyp
Khaidarov-Steinhauser-Ludwig / Schlenker

Foto: Jonas Strauß